Review: Jah Shaka Surf Camp Portugal Luz

Da der nächste große Trip für mich in zu weiter Ferne lag, habe ich mit Freuden einen kurzen Stopp in der Algarve in Portugal eingeplant. Aufgrund vieler guter Reviews auf Tripadvisor und der Facebookseite fiel die Wahl auf das Jah Shaka Surfcamp in Luz, bei Lagos.

Die Algarve

Das ist auch gleichzeitig mein erstes Mal in der Algarve und ich bin wirklich beeindruckt von der Gegend. Imposante Steinformationen und rauhe Felsklippen umrahmen die vielen kleinen Buchten und teils auch weitläufige, kilometerlange Sandstrände. Die Lage, an der Südspitze des Landes verspricht zu jeder Zeit irgendwo eine gute Welle. Lagos und Sagres sind kleine pittoreske Orte, beide mit diesen vielen, für die Gegend typischen, weißen Häuschen und einem schnuckeligen Ortskern mit vielen Restaurants und kleinen Lädchen. Alles sehr touristisch, aber trotzdem nett.

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Jah Shaka – Das Camp

Das Camp selbst liegt nahe Luz. Zunächst springt der wunderschöne, große Garten ins Auge. Mit einem kleinen Pool, einem Beachvolleyballfeld, einem Kickertisch, einer Feuerstelle bietet er viele Möglichkeiten zum Chillen und für Aktivitäten. Im hinteren Teil befindet sich ein kleiner Zeltplatz. Die anderen Gäste teilen sich eines der Zimmer in der großzügigen Villa. Das riesige Wohnzimmer bietet viel Platz und einen gemütlichen Kamin und einem Fernseher, der leider viel zu oft genutzt wird. Die Zimmer sind zweckmäßig, aber sauber. Ein kleiner Kritikpunkt ist die geringe Anzahl an Badezimmern – drei an der Zahl. Für die Gäste im Haus wahrscheinlich genug, doch wenn man die Camper hinzu addiert ist es einfach zu wenig und gerade Morgens oder nach den Surfstunden kommt es zu Engpässen.

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Jah Shaka – Camplife und Aktivitäten

Viel Abendprogramm und leckeres Essen – das ist in meinen Augen die große Stärke des Camps. Nahezu jeden Abend gibt es gut organisierte Aktivitäten für die Campbewohner. Das reicht vom Inhouse-Dinner, welche großartig sind, bis hinzu gemeinsame Essen in naheliegenden und wirklich guten Restaurants. Auch für Vegetarier gibt es Alternativen. Neben regelmäßigen Yogastunden kann man, wenn es genug Interessenten gibt auch SUP-Touren, entweder zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang buchen. Die Teilnehmer waren stets begeistert.

Jah Shaka – Essen und Verpflegung

Wie schon erwähnt, war das Essen stets gut. Das Frühstück war reichhaltig und bot alles, um sich für den Tag zu stärken. Pancakes, Müsli, Cornflakes, Brot, verschiedene Aufstriche, Eier, frisches Obst und Joghurt, um nur einiges zu nennen.

Lunch gab es immer am Strand. Alles wurde auf ein Surfbrett gepackt und jeder konnte sich Sandwiches machen. Salat und Obst gab es auch.

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Jah Skaka – Surfkurs / Surflessons

Bevor wir gebucht hatten, schwankte ich zwischen dem Surfguiding und dem Surfunterricht. Die Wahl fiel auf letzteres, weil ich mir erhoffte, mich dadurch noch ein wenig zu verbessern und an einigen Schwachstellen arbeiten zu können. Um es vorwegzunehmen, der Surfuntericht war eine einzige Enttäuschung.

Der Hauptgrund dafür: Viel zu große Gruppen. Die Gruppengröße ergab sich zunächst einmal aus der Anzahl der Plätze in den Vans – 8 Personen plus ein Surfinstructor. Meines Erachtens schon zu viel, aber gut… hängt ja auch vom Lehrer selbst ab. Am Strand wurden wir dann nach Level aufgeteilt – absolute Anfänger, Leute, die zwar schon gesurft sind, sich aber in den Grundtechniken noch unsicher fühlen und Fortgeschrittenere. Je nach Zusammensetzung kam es vor, dass auch schon mal mehr als 12 Leute in eine Gruppe mit einem Coach waren. Es ist nicht verwunderlich, dass eine intensive und individuelle Betreuung bei dieser Anzahl nicht möglich ist.

Am Strand gab es noch eine kurze Einführung in diverse Techniken, wie beispielsweise Turns und dann, nach Bedarf, auch ein kurzes Aufwärmtraining und dann ging es auch schon ab ins Wasser. Alle zusammen! Wir hatten zwar das Glück jeweils die einzige Surfschule am Strand zu sein, dennoch waren wir mehr als 30 Leute. Sicherheitsregeln wurden in meiner Gruppe gar nicht erklärt und in den anderen offensichtlich auch nicht. Die Leute waren viel zu nah beieinander, gingen direkt hintereinander mit viel zu kurzem Abstand ins Wasser, Bretter flogen durch die Gegend – ein Wunder, dass es nur wenige Verletzten gab.

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Am ersten Tag bestand meine Gruppe beispielsweise aus neun Personen, inklusive mir. Unser Coach ist dann mit einer(!) der Schülerinnen hinaus ins Line up gepaddelt und ließ den Rest von uns unbeaufsichtigt zurück. Als ich selbst dann mal hinausgepaddelt bin, schenkte er mir keinerlei Beachtung. Auch am zweiten Tag gab es keinerlei Feedback. An Tag vier wollte ich es dann wissen und bin direkt zwischen zwei Coaches ins Wasser und zwischen den beiden auch wieder hinausgesurft… wieder kein Wort, kein Kommentar. Ich habe begonnen absichtlich Fehler zu machen, nur um zu gucken, ob irgendwer was sagt… es kam nichts! Am letzten Tag des Surfkurses sind wir zu einem Strand gefahren und wurden erstmal drei Stunden dort „geparkt“ um auf bessere Bedingungen, sprich Low Tide, zu warten, während sich die coaches im Wasser vergnügten.

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Alles in allem hat keiner der Coaches während der Surfstunden auch nur ein Wort mit mir gesprochen. Es gab weder Hinweise, noch Verbesserungsvorschläge, noch ein „Hey, das hat ja super geklappt.“

Gut, das ist zunächst meine ganz subjektive Sicht. Aber auch andere Kursteilnehmer haben einen ähnlichen Eindruck gewonnen. Meine Freundin erzählte mir von einer ganz skurrilen Situation. Ihr war aufgefallen, dass ein anderer Kursteilnehmer die Leash am falschen Bein trug. Nachdem sie das knapp eine halbe Stunde lang beobachtet hat, ging sie zu einem der Coaches und meinte ganz vorsichtig: „Ich bin zwar kein Surfcoach und ich weiß nicht, ob ich recht habe, aber der Junge da… irgendwas ist da komisch. Hat er die Leash falsch befestigt?“ Darauf hin meinte der Coach: „Ja, stimmt, aber er bekommt die meisten Wellen von allen, also was soll’s?“ Ein weiterer Freund von mir erzählte, er hätte auf dem Wasser ebenfalls kein Feedback erhalten, einzig und allein beim Trockentraining an Land gab es den ein oder anderen Hinweis. Jemand anderes, der so schlau war lediglich das Guiding zu buchen meinte ebenfalls, dass ihm zwischen Guiding und Kurs kein Unterschied aufgefallen sei.

Es gab auch andere, die wiederum total begeistert waren und der Meinung die Surfcoaches seien echt super. Vielleicht fehlt Ihnen ein Vergleich, vielleicht haben sie tatsächlich eine andere Behandlung erfahren als ich/wir. Ich weiß es nicht, aber für mich persönlich war der Kurs eine einzige Katastrophe. Das ist besonders schade und hat sich wie ein Schatten über den gesamten Urlaub gelegt, da das der Grund war, weshalb ich dorthin gefahren bin.

Zusammenfassend:

  • ist die Algarve definitiv eine Reise wert
  • werde ich dieses Surfcamp kein zweites Mal aufsuchen
  • obwohl das ganze Drumherum echt super war
  • die Orga stimmte, das Miteinander war großartig, aber
  • der Staff wirkte auf mich teils unmotiviert, so wie eine Clique, die dann ab und zu mal Gäste duldet
  • und das, wofür ich gekommen bin,der Surfuntericht war eine einzige Katastrophe für mich

stay stoked and hang loose

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Ein Gedanke zu “Review: Jah Shaka Surf Camp Portugal Luz

  1. Ich kann zum Camp noch ergänzen, dass die Boards in ziemlich schlechtem Zustand waren. Vielleicht lag es daran, dass wir eine Woche vor dem Ende der regulären Saison dort waren. Bei vielen Boards waren die Leashes nur provisorisch befestigt. Einer Teilnehmerin ist die Leash innerhalb einer Lesson zwei mal bei zwei verschiedenen Boards abgerissen. Außerdem wurde eines der Softboards trotz mind. 5cm tiefem Schnitt – den die Leute vom Camp auch gesehen hatten – regelmäßig mitgenommen. Bei unserem letzten Surfurlaub auf Fuerteventura wurden während unseres Auftenhalts alte Boards ausgemustert und durch neue ersetzt. Fast alle der ausgemusterten Boards waren in einem besseren Zustand als die bei Jah Shaka.

    Was für Material die Schüler kriegen, schien den „Lehrern“ eh nicht sonderlich wichtig zu sein. Ich fühle mich eher auf einem 9′ Board wohl. Das hatte ich den „Lehrern“ auch vorab gesagt. Bei den Surfstunden gibt es aber keine Form der Zuteilung der Boards zu den Teilnehmern. Am Strand wird abgeladen und man muss einfach schnell sein, um ein passendes Boards zu kriegen – zumindest war es bei unseren „Lessons“ so. Am Tag vor unserer Abreise fuhren nur 1 1/2 Busladungen an den Strand und da wurde abgefragt, wer was für ein Board haben wollte.

    Im übrigen kann ich mich Ramonas Wertung bzgl. des schlechten Surf-„Unterrichts“ anschließen. Der Schlüssel 1 Instructor zu 8 Teilnehmern ist recht typisch, aber wenn die Instructors nicht ziemlich gut sind, haut das nicht unbedingt hin.

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