Wellen lesen, Take Off Timing und Positionierung: So bekommst Du mehr Wellen

Wellen zu bekommen ist so eine Sache und hat ein wenig was von Trial and Error. Denn jede Welle ist einzigartig und unterscheidet sich von den anderen. Das Lesen des Ozeans ist einer der wichtigsten Skills für jeden Surfer. Je besser und eher du die Wellen ausmachen und deuten kannst, desto mehr wirst du bekommen und surfen. Genauso kommt es auf die richtige Position und das perfekte Timing an. Mit den folgenden Hinweisen sollte es Dir gelingen, künftig mehr Wellen zu bekommen und zu surfen.

Wellen lesen: Lernen die Wellen richtig zu deuten

Erfahrung spielt beim Wellen lesen die wahrscheinlich größte Rolle. Aber wenn du auf die richtigen Dinge achtest, kannst du auch als Anfänger schnell lernen die Wellen abzuschätzen und deine Wellen-Ausbeute erhöhen.

Genau Beobachten und richtig Positionieren

Beobachte den Spot eine Weile, bevor du überhaupt ins Wasser gehst. Warte mindestens ein Set ab, um die Konditionen richtig einzuschätzen. Schau dir an, wo die meisten Wellen brechen und suche Dir Referenzpunkte an Land – ein Gebäude, ein Sonnenschirm oder eine Palme, die du vom Wasser aus gut sehen kannst. Paddel dann ins Line up. Es ist hilfreich, wenn du dich dabei an anderen Surfern orientierst. Die Wellen sollten drei bis fünf Meter vor deiner Sitzposition brechen. Das gibt dir genügend Zeit dein Board zu drehen und zu paddeln. Setz sich auf dein Surfboard und beobachte den Horizont. Halte Ausschau nach Swell-Linien und warte auf das Set.

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Mach deine Welle so früh wie möglich aus. Je eher du dir eine Welle rausgesucht hast, um so mehr Zeit hast du dich vorzubereiten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Shallow oder Mellow: Wie steil bricht die Welle und wie viel Power hat sie

Grundsätzlich gilt: je steiler die Welle bricht, umso mehr Power steckt hinter ihr und desto schneller musst du mit deinem Take Off sein. Ob eine Welle steil oder flach bricht, kannst du gut von der Seite sehen. Das machst du am besten schon während du rauspaddelst. Aber auch im Line Up, wenn du frontal auf die Welle schaust, erkennst du, ob sie shallow (steil) oder mellow (flach) bricht. Achte auf den Bereich unter der Lippe. Je dunkler er ist, desto hohler wird die Welle brechen.

steil oder flach: so bricht die Welle

Right-hander, Left-hander oder Close Out – so erkennst Du, wie die Welle bricht

Du solltest immer in die Richtung surfen, in der die Welle bricht. Ob eine Welle nach rechts, links oder zu beiden Seiten (Split-Peak oder A-frame) bricht oder zu einem Close Out wird, kannst du mit ein wenig Übung schnell erkennen. Mache zunächst den höchsten Punkt der Welle aus. Right-hander oder Left-hander haben von diesem Punkt aus eine gerade und eine abfallende Seite. Die Welle bricht zu der Seite mit dem steileren Winkel.

right-hander erkennen

left-hander erkennenA-frames oder auch Split-Peaks brechen zu beiden Seiten. Diese erkennst du daran, dass es keine steilere Seite gibt, sondern beide Seiten vom höchsten Punkt aus in etwa gleich aussehen.

diese Welle ist ein A-frame oder Split-Peak, erkennen wie die Welle bricht

Close-out Wellen solltest du gar nicht erst anpaddeln. Diese Wellen brechen in ihrer gesamten Länge über die Lippe. Außer Weißwasser wirst du nichts surfbares bekommen. Du erkennst Close-Out Wellen daran, dass es keinen höchsten Punkt und keine abfallenden Seiten gibt. Die Wellenlinie verläuft parallel zum Horizont.

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Take Off Timing und Position: So bekommst Du die Welle

Du hast dir eine Welle rausgesucht und weißt, wie und wo sie brechen wird. Nun lass deine Welle nicht mehr aus den Augen. Bringe dich so schnell wie möglich in die beste Position. Der Peak ist der steilste Punkt der Welle. Hier bekommt dein Board den besten Schwung. Dort solltest du hin paddeln.

Die richtige Position in der Welle und das richtige Timing für den Take Off

  • Starte zu paddeln, wenn die Welle circa drei Meter hinter dir ist.
  • Behalte die Welle weiter im Auge und schaue immer wieder zurück.
  • Baue mit kräftigen, tiefen Zügen genug Geschwindigkeit auf, dass die Welle Dich mitnehmen kann.
  • Wenn Du merkst, dass sich Dein Tail leicht anhebt, ist die Welle unter dir. Jetzt gib noch mal alles. Paddel noch drei, vier Mal so kräftig du kannst.
  • Beginnt Dein Board zu gleiten, steh in obersten Drittel der Welle auf. Wenn Du zu spät aufstehst, machst du einen Nosedive oder kommst nicht mehr in das open face, den grünen Teil der Welle.

perfekte Take Off Position. Richtig positionieren beim Surfen Mehr wellen bekommen, besser surfen
Mit diesem Wissen solltest du künftig mehr Wellen bekommen. Dennoch: Das Wellen lesen musst du über viele Jahre hinweg perfektionieren und beginnen ein Auge dafür zu entwickeln. Aber es lohnt sich! Durch die Wahl der richtigen Wellen wirst du weniger Wipe Outs haben, länger im Wasser durchhalten und definitiv mehr Spaß haben.

Viel Erfolg bei der Wellenjagd!

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How to: Reisen mit dem Surfboard

Wenn Du ein eigenes Surfbrett besitzt, willst Du es sicherlich auch mit auf Deinen nächsten Surftrip nehmen. Dein Board soll, wie Du auch, heil am Urlaubsort ankommen. Es ist leider bekannt, das viele Airlines nicht gerade zimperlich mit dem Gepäck umgehen. Deswegen zeige ich Dir diesmal in einer Schritt für Schritt Anleitung, wie Du Dein Board flugtauglich machst.

Schritt für Schritt: so bereitest Du Dein Surfboard für den Flug vor

Schritt 1: Gepäckbestimmungen checken

Zunächst solltest Du erst mal nachschauen, ob Du es überhaupt mitnehmen kannst und wie viel es kostet. Diese Seite bietet eine gute und umfassende Übersicht, welche Airline was erlaubt und wie viel Geld sie für den Transport berechnen. Check sicherheitshalber auch nochmal die Gepäckbestimmungen auf der Homepage Deiner Airline. Hier erfährst Du auch, ob Du den Transport vorher reservieren musst.

Schritt 2: Eine gute Boardbag ist Pflicht

Kannst und willst Du Dein Board also mitnehmen, solltest Du es möglichst sicher verpacken. Eine gute Boardbag ist dabei schon die halbe Miete. Aber auch die Art, wie Du Dein Brett darin verstaust, ist entscheidend.

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Schritt 3: Leash ab, Finnen und Wachs runter

Falls noch Wachs auf dem Board ist, entferne es auf jeden Fall noch vorher. Sonst kann es sein, dass es geschmolzen in Deiner Boardbag klebt. Die Finnen können beim Transport kaputt gehen oder abbrechen. Deswegen schraubst Du sie einfach mit einem Fin-Key ab. Auch die Leash nimmst Du vom Board.

Schritt 4: Rails, Tail und Nose schützen

Gerade die Nose und das Tail sind besonders anfällig. Mit Schaumstoff – Rohrisolierungen aus dem Baumarkt kannst Du sie schützen. aufschneidest, um die Stellen stülpst und mit Klebeband fixierst. Hast Du gerad keinen Baumarkt in der Nähe, kannst Du auch ein Handtuch zusammen rollen. Um Klebereste zu vermeiden, kannst Du Dein Board vorher mit Frischhaltefolie umwickeln. Um keinen Plastikmüll zu produzieren, verzichte ich darauf und entferne eventuelle Reste mit Nagellackentferner.

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Schritt 5: Gut einpacken

Aus diesem Grund verzichte ich auch auf Luftpolsterfolie. Ich verwende Kleidung und Handtücher, um mein Board zu polstern. Wenn Du eine Boardsocke hast, stülpe sie auch noch drüber. Das gut gepolsterte Surfbrett kommt nun in Boardbag. Versuche, freie Stellen mit weiterer Kleidung oder Handtüchern aufzufüllen.

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Schritt 6: Nichts vergessen

Vergiss bloß nicht, Finnen, Fin-key und Leash einzupacken. Es wäre ärgerlich die Sachen zu vergessen. Und steck auch das Klebeband ein, damit Du Dein Board auch für den Rückflug präparieren kannst.

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Jetzt sollte Dein Board gut genug verpackt sein, um den Flug unbeschadet zu überstehen. Also gute Reise und see you in the Line up!

stay stoked and hang loose

Lessons I learned: Fehler beim Surfen

Bei anderen sieht es immer so einfach aus. Obwohl ich mittlerweile bereits seit vier Jahren surfe – unregelmäßig zwar, aber immerhin – schleichen sich bei mir immer wieder die selben Fehler ein. Und es ist gar nicht so einfach, sich diese wieder abzugewöhnen. Aber Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung und solange ich weiß, was ich falsch mache, kann ich daran arbeiten. Hier sind meine Fehler beim Surfen:

Ich schaue beim Anpaddeln der Welle nicht nach hinten

Ich sehe eine Welle kommen und paddel wild drauf los und oft passiert es, dass ich mich umsonst ausgepowert habe. Mit einem kurzen Blick nach hinten während Du anpaddelst, kannst Du nicht nur checken ob und wo die Welle bricht. Du kannst auch sehen, ob noch jemand anderes in der Welle ist, der vielleicht sogar Priorität hat.

Apropos Anpaddeln: Wenn die Welle kommt, werde ich hektisch

Manchmal passiert es, dass ich hektisch werde. Ich will super schnell werden und gebe Gas. Dabei öffne ich dann – Gottseidank nur noch selten – meine Arme zu weit und paddle nur an der Oberfläche. Also ineffektiv, da nicht tief genug. Es hilft, den Oberkörper anzuheben und ins Hohlkreuz zu gehen. Das Paddeln fällt so viel leichter.

Mein Take Off ist zu langsam

Das ist ein wirklich großes Problem und etwas, an dem ich unbedingt arbeiten muss. Ich führe meinen Take Off in zwei Schritten durch und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich auf dem Brett stehe. An Land klappt es immer super mit dem aufspringen, aber auf Wasser ist es eine ganz andere Geschichte. Das einzige, was da hilft ist üben, üben, üben.

Ich starre auf die Nose und meine Füße

Wenn Du falsch auf dem Brett steht, kippst Du eh um. Da hilft es erst recht nicht auf die Füße zu starren. Im Gegenteil, das macht Dich oft noch unsicherer. Richte Deinen Blick nicht nach unten, sondern dort, wo Du hin willst, erst zum Horizont, dann zur Welle. Daran habe ich beispielsweise im letzten Urlaub gearbeitet und könnten diesen Fehler eigentlich gleich wieder von meiner Liste streichen.

Meine Arme hängen schlapp neben dem Körper

Meine Arme schlabbern ganz oft neben meinem Körper einfach nach unten. Das sieht einerseits echt affig aus. Andererseits ist es wichtig, die Arme mitzunehmen, wenn Du Deine Turns einleitest. Und wenn ich dann doch mal dran denke, klappt es – oh Wunder! – auch gleich viel besser.

Wenn es wacklig wird, richte ich mich auf

Der Mensch neigt dazu, sich aufzurichten, sobald die Balance nachlässt. Und das ist eigentlich total dämlich, denn nur wenn Du unten und locker in den Knien bleibst gewinnst Du an Stabilität zurück. Die Indos reden immer vom „Kack-style“, weil viele Europäer auf dem Board stehen, als würden sie gerade auf der Toilette sitzen. Achte mal drauf, es stimmt tatsächlich – also immer locker bleiben.

Wie schaffe ich es überhaupt zu surfen?

Oh, Oh, wenn ich mir die Liste so durchlese, bin ich echt erstaunt, dass ich überhaupt mal eine Welle surfe. Aber manchmal klappt es eben doch! Hier kommt der Beweis:

and sometimes it works

… und manchmal klappt’s 🙂

Das Wichtigste ist sowieso dranzubleiben und Spaß zu haben. Und egal, wie viele Fehler Du machst, solange Du mit einem Lächeln aus dem Wasser steigst, ist alles gut.

Over to you: Welche Fehler unterlaufen Dir immer wieder auf dem Wasser? Wie gewöhnst Du Dir sie wieder ab?

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Surfen: Tag Eins – Nach Einer Längeren Pause

Der erste Tag im Surfcamp ist für mich immer ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits bin ich total euphorisch – endlich wieder surfen, auf’s Wasser, in die Wellen. Andererseits kommt auch schnell die Ernüchterung – nichts klappt wie es soll. Ich bin enttäuscht, frustriert und unzufrieden.

Warum ist das so?

…und wie kannst Du diese Enttäuschung vermeiden?

Meine Erwartungen sind zu hoch

Der erste Tag ist zur Eingewöhnung und nicht um surferische Höchstleistungen zu vollbringen. Das weiß ich ganz genau. Dennoch kann ich mich oft nicht über kleine Erfolge freuen. Ich neige dazu meine Leistungen klein zu reden. … „ja, das war ganz gut, aber nur Weißwasser und außerdem hatte ich ein Longboard…“ Besser ist…

Freu Dich über jede Welle, die Du bekommst und sei nicht enttäuscht, weil sie vielleicht zu klein ist oder Du sie nicht lang genug abreiten konntest. Versuche nicht darüber nachzudenken, um wieviel besser es beim letzten Mal war. Freu Dich auch über kleine Glücksmomente und Erfolge!

Training schleifen gelassen

Der Alltag ist streßig und so fällt das Training hin und wieder aus… shame on me. Aber das rächt sich jetzt. Nach ein paar Paddelzügen hänge ich japsend über meinem Board und muss ständig Pausen einlegen. Am nächsten Tag habe ich dann Muskelkater und kann mich kaum mehr bewegen. Um das zu vermeiden…

Trainiere regelmäßig. Dein Ziel beim Training sollte sein, dass Du im Surftrip da starten kannst, wo Du beim letzten Mal aufgehört hast. Bleib am Ball.

Minderwertiges Leihmaterial in den Surfschulen

Die Boards in den Surfschulen werden stark beansprucht. Deshalb gibt es entweder mit Wasser vollgesaugte Softboards oder sauschwere Hardboards aus Poly-Ethylen. Dann kann es sein, dass es kein Surfbrett mit Deinen bevorzugten Maßen gibt oder das eben dieses an einen anderen verliehen ist. Daher…

Reise, wenn möglich, mit eigenem Equipment. Dein eigenes Board kennst Du. Du musst Dich nicht mit den abgerockten Boards der Camps abmühen, im schlimmsten Fall mehrere durchtesten, bis Du eins findest mit dem Du gut zu Recht kommst.

Keine Hilfe

Gerade wenn ich einen Ort zum ersten Mal aufsuche und die Spots und die Wellen nicht kenne, fühle ich mich ein wenig hilflos. Wenn ich dann in einer Gruppe von acht Kursteilnehmern oder mehr bin, kann es sein, dass ich in der Masse untergehe. Teilweise vollziehen die Surfschulen auch eine Art Massenabfertigung und gehen kaum auf individuelle Bedürfnisse ein. Es sei denn…

Sprich Deinen Surfguide an. Wenn es etwas Spezielles gibt, woran Du arbeiten möchtest, sprich mit Deinem Surguide darüber. Bitte ihn darauf zu achten und Dir Feedback zu geben.

Wenn Du diese Hinweise beherzigst, sollte der erste Surftag für dich nicht zur Enttäuschung werden. Und denk dran:

surf and have fun

The best surfer out there is the one having the most fun.

Over to you: Wie verläuft Dein erster Tag nach langer Surfabstinenz?

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Review: Jah Shaka Surf Camp Portugal Luz

Da der nächste große Trip für mich in zu weiter Ferne lag, habe ich mit Freuden einen kurzen Stopp in der Algarve in Portugal eingeplant. Aufgrund vieler guter Reviews auf Tripadvisor und der Facebookseite fiel die Wahl auf das Jah Shaka Surfcamp in Luz, bei Lagos.

Die Algarve

Das ist auch gleichzeitig mein erstes Mal in der Algarve und ich bin wirklich beeindruckt von der Gegend. Imposante Steinformationen und rauhe Felsklippen umrahmen die vielen kleinen Buchten und teils auch weitläufige, kilometerlange Sandstrände. Die Lage, an der Südspitze des Landes verspricht zu jeder Zeit irgendwo eine gute Welle. Lagos und Sagres sind kleine pittoreske Orte, beide mit diesen vielen, für die Gegend typischen, weißen Häuschen und einem schnuckeligen Ortskern mit vielen Restaurants und kleinen Lädchen. Alles sehr touristisch, aber trotzdem nett.

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Jah Shaka – Das Camp

Das Camp selbst liegt nahe Luz. Zunächst springt der wunderschöne, große Garten ins Auge. Mit einem kleinen Pool, einem Beachvolleyballfeld, einem Kickertisch, einer Feuerstelle bietet er viele Möglichkeiten zum Chillen und für Aktivitäten. Im hinteren Teil befindet sich ein kleiner Zeltplatz. Die anderen Gäste teilen sich eines der Zimmer in der großzügigen Villa. Das riesige Wohnzimmer bietet viel Platz und einen gemütlichen Kamin und einem Fernseher, der leider viel zu oft genutzt wird. Die Zimmer sind zweckmäßig, aber sauber. Ein kleiner Kritikpunkt ist die geringe Anzahl an Badezimmern – drei an der Zahl. Für die Gäste im Haus wahrscheinlich genug, doch wenn man die Camper hinzu addiert ist es einfach zu wenig und gerade Morgens oder nach den Surfstunden kommt es zu Engpässen.

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Jah Shaka – Camplife und Aktivitäten

Viel Abendprogramm und leckeres Essen – das ist in meinen Augen die große Stärke des Camps. Nahezu jeden Abend gibt es gut organisierte Aktivitäten für die Campbewohner. Das reicht vom Inhouse-Dinner, welche großartig sind, bis hinzu gemeinsame Essen in naheliegenden und wirklich guten Restaurants. Auch für Vegetarier gibt es Alternativen. Neben regelmäßigen Yogastunden kann man, wenn es genug Interessenten gibt auch SUP-Touren, entweder zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang buchen. Die Teilnehmer waren stets begeistert.

Jah Shaka – Essen und Verpflegung

Wie schon erwähnt, war das Essen stets gut. Das Frühstück war reichhaltig und bot alles, um sich für den Tag zu stärken. Pancakes, Müsli, Cornflakes, Brot, verschiedene Aufstriche, Eier, frisches Obst und Joghurt, um nur einiges zu nennen.

Lunch gab es immer am Strand. Alles wurde auf ein Surfbrett gepackt und jeder konnte sich Sandwiches machen. Salat und Obst gab es auch.

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Jah Skaka – Surfkurs / Surflessons

Bevor wir gebucht hatten, schwankte ich zwischen dem Surfguiding und dem Surfunterricht. Die Wahl fiel auf letzteres, weil ich mir erhoffte, mich dadurch noch ein wenig zu verbessern und an einigen Schwachstellen arbeiten zu können. Um es vorwegzunehmen, der Surfuntericht war eine einzige Enttäuschung.

Der Hauptgrund dafür: Viel zu große Gruppen. Die Gruppengröße ergab sich zunächst einmal aus der Anzahl der Plätze in den Vans – 8 Personen plus ein Surfinstructor. Meines Erachtens schon zu viel, aber gut… hängt ja auch vom Lehrer selbst ab. Am Strand wurden wir dann nach Level aufgeteilt – absolute Anfänger, Leute, die zwar schon gesurft sind, sich aber in den Grundtechniken noch unsicher fühlen und Fortgeschrittenere. Je nach Zusammensetzung kam es vor, dass auch schon mal mehr als 12 Leute in eine Gruppe mit einem Coach waren. Es ist nicht verwunderlich, dass eine intensive und individuelle Betreuung bei dieser Anzahl nicht möglich ist.

Am Strand gab es noch eine kurze Einführung in diverse Techniken, wie beispielsweise Turns und dann, nach Bedarf, auch ein kurzes Aufwärmtraining und dann ging es auch schon ab ins Wasser. Alle zusammen! Wir hatten zwar das Glück jeweils die einzige Surfschule am Strand zu sein, dennoch waren wir mehr als 30 Leute. Sicherheitsregeln wurden in meiner Gruppe gar nicht erklärt und in den anderen offensichtlich auch nicht. Die Leute waren viel zu nah beieinander, gingen direkt hintereinander mit viel zu kurzem Abstand ins Wasser, Bretter flogen durch die Gegend – ein Wunder, dass es nur wenige Verletzten gab.

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Am ersten Tag bestand meine Gruppe beispielsweise aus neun Personen, inklusive mir. Unser Coach ist dann mit einer(!) der Schülerinnen hinaus ins Line up gepaddelt und ließ den Rest von uns unbeaufsichtigt zurück. Als ich selbst dann mal hinausgepaddelt bin, schenkte er mir keinerlei Beachtung. Auch am zweiten Tag gab es keinerlei Feedback. An Tag vier wollte ich es dann wissen und bin direkt zwischen zwei Coaches ins Wasser und zwischen den beiden auch wieder hinausgesurft… wieder kein Wort, kein Kommentar. Ich habe begonnen absichtlich Fehler zu machen, nur um zu gucken, ob irgendwer was sagt… es kam nichts! Am letzten Tag des Surfkurses sind wir zu einem Strand gefahren und wurden erstmal drei Stunden dort „geparkt“ um auf bessere Bedingungen, sprich Low Tide, zu warten, während sich die coaches im Wasser vergnügten.

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Alles in allem hat keiner der Coaches während der Surfstunden auch nur ein Wort mit mir gesprochen. Es gab weder Hinweise, noch Verbesserungsvorschläge, noch ein „Hey, das hat ja super geklappt.“

Gut, das ist zunächst meine ganz subjektive Sicht. Aber auch andere Kursteilnehmer haben einen ähnlichen Eindruck gewonnen. Meine Freundin erzählte mir von einer ganz skurrilen Situation. Ihr war aufgefallen, dass ein anderer Kursteilnehmer die Leash am falschen Bein trug. Nachdem sie das knapp eine halbe Stunde lang beobachtet hat, ging sie zu einem der Coaches und meinte ganz vorsichtig: „Ich bin zwar kein Surfcoach und ich weiß nicht, ob ich recht habe, aber der Junge da… irgendwas ist da komisch. Hat er die Leash falsch befestigt?“ Darauf hin meinte der Coach: „Ja, stimmt, aber er bekommt die meisten Wellen von allen, also was soll’s?“ Ein weiterer Freund von mir erzählte, er hätte auf dem Wasser ebenfalls kein Feedback erhalten, einzig und allein beim Trockentraining an Land gab es den ein oder anderen Hinweis. Jemand anderes, der so schlau war lediglich das Guiding zu buchen meinte ebenfalls, dass ihm zwischen Guiding und Kurs kein Unterschied aufgefallen sei.

Es gab auch andere, die wiederum total begeistert waren und der Meinung die Surfcoaches seien echt super. Vielleicht fehlt Ihnen ein Vergleich, vielleicht haben sie tatsächlich eine andere Behandlung erfahren als ich/wir. Ich weiß es nicht, aber für mich persönlich war der Kurs eine einzige Katastrophe. Das ist besonders schade und hat sich wie ein Schatten über den gesamten Urlaub gelegt, da das der Grund war, weshalb ich dorthin gefahren bin.

Zusammenfassend:

  • ist die Algarve definitiv eine Reise wert
  • werde ich dieses Surfcamp kein zweites Mal aufsuchen
  • obwohl das ganze Drumherum echt super war
  • die Orga stimmte, das Miteinander war großartig, aber
  • der Staff wirkte auf mich teils unmotiviert, so wie eine Clique, die dann ab und zu mal Gäste duldet
  • und das, wofür ich gekommen bin,der Surfuntericht war eine einzige Katastrophe für mich

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Eine ganz besondere Beziehung: Dein Surfbrett und Du

Ein neues Surfbrett ist immer was besonders tolles. Als ich mein letztes gekauft habe war ich total euphorisch. Ich konnte ich es kaum erwarten, damit auf’s Wasser zu kommen. Gesagt, getan! Mit dem geringen Gewicht konnte ich es super zum Strand tragen und es paddelte sich hervorragend. Im Line up passierte dann, was passieren musste… Ich habe keine Welle vernünftig bekommen. Entweder lag ich zu weit hinten (Welle weg) oder zu weit vorne (Nosedive… YEAH). Wenn ich doch mal einen Take off schaffte fiel ich 2 Sekunden später wieder im Wasser.

Auf die Frage: „Und? Wie ist Dein neues Brett???“ Konnte ich zunächst nur antworten:  „ Ja,… anders…“. Klar, musst Du Dich erst an Dein neues Arbeitsgerät gewöhnen, jedes Board ist und verhält sich anders.

Mit einem Surfguide unterhielt ich mich dann nach der Session über das Thema neue Boards und er gab mir folgenden Tipp: „You have to sleep with your board. Take your Board to bed with you tonight“ – Äh bitte, was? Er erzählte mir, dass er ein neues Brett in der ersten Nacht mit in sein Bett nimmt. „A new Board is like a new girlfriend, you need to get to know each other and build a relationship“, erklärte er mir. 

wer sein board liebt, der wachst

me and my board

Da ich zu der Zeit gerade in einem Stockbett von 90 cm Breite schlief, habe ich darauf verzichtet es mit ins Bett zunehmen. Mittlerweile komme ich mit meinem Board tritzdem prima klar.

Over to you: was machst Du mit Deinem neuen Board, außer es zu wachsen und zu surfen? Welche Rituale pflegst Du, um die Beziehung zu Deinem Board aufzubauen und zu vertiefen?

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Der Zombie im Line up ODER Aufstehen für Morgenmuffel

Ich HASSE es früh aufzustehen. Ich bin ein Nachtschwärmer und drehe am späten Abend erst richtig auf. Da die Bedingungen zum Surfen morgens einfach besser sind beuge ich mich den Umständen und quäle mich im Urlaub(!!!) früh aus dem Bett. Und wenn ich ehrlich bin, lässt mich nicht mal die Aussicht auf einen guten Surf fröhlich beim ersten Weckerklingeln aus dem Bett hüpfen. Ich stehe einfach nicht gerne früh auf,… auch nicht für’s Surfen – aber zumindest stehe ich auf!

aus meinem Reisetagebuch

aus meinem Reisetagebuch

Tipps für Morgenmuffel, die sich im Urlaub früh aus dem Bett quälen wollen oder müssen

  1. Zombiemodus! Auf Automatik schalten, bis Du im Wasser bist. Da geht’s dann.
  2. Kaffee, Kaffee, Kaffee – am besten intravenös.
  3. Mitbewohner! Wenn Du im 4 oder 6 Bettzimmer Deinen Wecker ewig klingeln lässt, kannst Du es Dir ganz schnell mit Deinen Mitbewohnern verscherzen. Kleiner Tipp am Rande: Die finden es übrigens auch überhaupt nicht lustig, wenn Du im verschlafenen Zustand auf Sleep anstatt auf Aus drückst, Dich dann ins Bad verkrümelst und beim erneuten Klingeln vor Schreck laut aufschreist und dann noch mit der Badezimmertür kämpfst, um sie aufzubekommen und somit noch mehr Krach machst.
  4. Weckdienst. Bitte jemanden Dich wachzumachen. Handle aber vorher die Konditionen aus. Ob mit einem Eimer kalten Wasser oder durch sanftes wachkraulen 😉 beides funktioniert.
  5. Will keiner hören, aber es hilft. Am Vorabend nicht soviel Alkohol trinken – erleichtert das frühe Aufstehen ungemein.
  6. Bleib auch mal liegen, aber nicht zu oft. Manchmal braucht Dein Körper den Schlaf einfach und dann gib ihm ihn auch!
  7. Verabredungen. Niemand wartet gern. Das Wissen, das jemand auf mich wartet, hat mich schon oft davor bewahrt den Wecker einfach auszuschalten.
  8. Spaßvögel und Frühaufsteher. Ja, sie nerven! Aber ein Frühaufsteher, der gute Laune verbreitet ist das beste Mittel nicht wieder einzuschlafen.
  9. Noch besser: verbreite selber gute Laune auch wenn es schwerfällt – just fake it ‚til you make it! Hey, es geht gleich Surfen!!! 😀
manchmal lohnt sich das aufstehen

Manchmal lohnt sich das Aufstehen doch

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Bali am Morgen

Good morning, Barbados!

Good morning, Barbados!

Over to you: Was bringt Dich jetzt dazu ausgerechnet im Urlaub „mitten in der Nacht“ aufzustehen? Wie kommst Du aus dem Bett?

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Surfe NIE in grünen Boardshorts

In Indonesien erzählt man sich die Legende der Göttin Ratu Nyi Loro Kidul, der Königin der südlichen See. Der indische Ozean ist nicht zu unterschätzen, starke Wellen und Strömungen führen dazu, dass viele Menschen ertrinken – besonders an den wilden südlichen Küsten Javas. Die Menschen sehen darin seit vielen Generationen die Vorliebe der Königin/Göttin für hübsche junge, Männer. In jedem Jahr soll sie zahlreiche Männer vom Strand zu sich holen, um sie zu ihren Liebhabern zu machen – und es heißt: sie alle trugen immer grüne Shorts.

Deswegen: surfe niemals mit grünen Boardshorts im indischen Ozean!

Good to know:

  • Bob Laverty, der Entdecker von G-Land, surfte in Uluwatu, ein paar Tage nach seiner großartigen Entdeckung – und verstarb. Als sein Körper kurz darauf tot an Land gefunden wurde hatte sich eine Seeschlange um ihn gewickelt und er trug grüne Boardshorts.
  • Im Samudra Beach Hotel, Pelabuhan Ratu, West Java, gibt es den Raum 308, vollständig eingerichtet in grünen Farben – gewidmet Nyi Loro Kidul. Keiner darf dieses Zimmer beziehen. Es gehört ihr.

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Die Jagd nach der perfekten Welle

oder: Willkommen auf meinem Blog?

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Bretter, die die Welt bedeuten

Surfen fand ich immer schon „cool“ und es stand, rückblickend betrachtet viel zu lange, auf meiner „Dinge, die ich mal tun möchte“-Liste. 2010 war es dann soweit… ich hatte einen Job, ein wenig angespartes Geld und Urlaub. Es war an der Zeit, das Surfen von meiner Liste abzuhaken – so der Plan. Ich konnte nicht im Geringsten erahnen, wie nachhaltig das mein Leben beeinträchtigen und verändern würde. Dieses erste Mal auf dem Board, im Schaum der ersten Welle zu gleiten, das Gefühl eins zu sein mit den Elementen hat mich so gefangen genommen, dass mir von dem Moment an klar war: Das ist genau mein Ding! … ich hatte Blut geleckt!

Wellenreiten: der Moment des puren Glücks

Um eines vorwegzunehmen, ich surfe nicht besonders gut und habe keinen besonders großen sportlichen Ehrgeiz was das Surfen angeht. Aber ich liebe es bei Sonnenaufgang ins Line up zu paddeln, dort zu sitzen, zu warten und den Ozean zu beobachten. Dann im genau richtigen Moment anzupaddeln, aufs Board zu springen und die Welle abzusurfen. Dafür nehme ich so einiges, mittlerweile verdammt viel, auf mich. Stundenlange Flüge, Schwimm- und Fitnesstraining, Paddeln, bis die Arme abfallen, tausend Mal gewaschen werden… alles für diesen kurzen Moment des puren Glücks.

Das Surfen lässt mich nicht mehr los

Und wenn die Reise dann zu Ende ist, blutet mein Herz. Das Surfen lässt mich nicht mehr los. Nach und nach merkte ich, wie Surfen einen immer größeren Teil in meinem Leben einnahm. Kaum ist ein Trip zu Ende, plane ich den nächsten. In der Zwischenzeit hole ich immer wieder meine Fotos und Reisetagebücher hervor, shoppe Surfklamotten, die ich hier zu Hause nicht mal tragen kann, schaue gute und schlechte Surf-Filme, lese Bücher zum Thema, träume vom Meer und von den Wellen.

Und darum dieser Blog…

es geht ums Surfen und die surffreie Zeit. Es geht um die ewige Sehnsucht nach dem Meer, der Suche nach dem Glück und ein Leben für die Jagd nach der nächsten Welle. Dich erwarten hier künftig: Reisetipps, Fitnesstipps und -programme, leckere Rezepte und Ernärungstipps, Infos über Länder, Städte, Spots, How to‘s, Bilderstrecken, die das Fernweh wecken und vieles mehr.

Kleiner Teaser gefällig?

In den nächsten Wochen beispielsweise…

  • nehme ich Dich mit nach Barbados und zeige Dir dort meinen Lieblingsstrand
  • kannst Du mit mir nach Portugal reisen und live mit mir die Wellen checken
  • zeige ich Dir, wie Du ein tolles Hostel für Dich findest und darin auch überlebst
  • verrate ich Dir mein Rezept für die besten Pancakes der Welt
  • mache ich Dich „fit for surf“ und
  • erkläre Dir, warum Du in Indonesien nie mit grünen Boardshorts surfen solltest

Und das ist nur ein kleiner Einblick. Also…

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